Marokko 2026/2027

Vier Wochen unterwegs

Uns kommt es vor wie drei Monate. Wir haben uns Zeit gelassen und unterwegs viele neue Eindrücke gesammelt. Daher versuchen wir das in diesem Beitrag mal zusammenzufassen.

Zunächst mal die Route, von Südbayern Richtung Westen am Bodensee vorbei, durch den südlichen Schwarzwald und Freiburg nach Frankreich. Diese Strecke haben wir relativ schnell abgefahren. Nachdem wir in Frankreich Freunde in der Ardèche besucht haben, ging es dann ans Mittelmeer. Von dort aus wieder Richtung Westen und ungefähr in der Mitte haben wir die Pyrenäen überquert. In Spanien angelangt war unser erstes großes Ziel die Stadt Toledo. Über die schönsten Stationen wollen wir in diesem Beitrag berichten. Zunächst noch eine Landkarte mit der Strecke ab dem Bodensee.

Ardèche

Mitten drin, in einem kleinen Ort namens Labastide-sur-Bésorgues, am gleichnamigen Fluss La-Bésorgues, auf einem winzigen Campingplatz in einer wilden Landschaft. In der Nähe des Platzes gibt es die sogenannten La Pissarelle, mehrere kleine Wasserfälle. Hierhin haben wir eine wunderschöne Wanderung gemacht.

Die Brücke von Millau

Von der Ardèche aus wollten wir ans Mittelmeer, aber wir haben einen kleinen Umweg über Millau gemacht. Seit Jahren schon wollten wir das Viaduc de Millau sehen und befahren. Zitat Wikipedia: Das Viadukt ist mit 2460 m die längste Schrägseilbrücke der Welt, bei einer maximalen Pfeilerhöhe von 343 m die zweitgrößte Brücke der Welt, das höchste Bauwerk Frankreichs und die höchste Brücke in Europa. Einfach atemberaubend!

Leucate am Mittelmeer

In Leucate waren wir schon mal mit dem Transit, als wir noch Urlaub machen konnten 😉 und auf der Rückfahrt von unserer ersten Reise nach Spanien und Portugal. Es liegt in der Nähe von Narbonne in einer Lagunenlandschaft. Es ist das Mekka der Kite-Surfer im Mittelmeer, im April jeden Jahres werden hier internationale Wettbewerbe durchgeführt. Diesmal haben wir auf einem Campingplatz direkt in der Lagune gestanden. Das Wetter war sehr durchwachsen, aber für Spaziergänge am Strand (den man nur durch flaches Wasser erreichen kann) und um den Kite-Surfern bei Ihren Sprüngen zuzuschauen, hat es gereicht.

Vielle-Aure, die Pyrenäen auf französischer Seite

Wir haben den Übergang von Frankreich nach Spanien schon mehrmals, sowohl auf der westlichen Seite am Atlantik, als auch auf der östlichen Seite am Mittelmeer genutzt. Deshalb wollten wir diesmal in der Mitte in den Pyrenäen den Übergang fahren. Hierzu hatten wir uns den Tunnel Aragnouet-Bielsa ausgesucht. Die Einfahrt liegt bei 1.800 Höhenmeter, es geht also kräftig bergauf. Jedoch wollten wir vorher auf der französischen Seite übernachten und eine Wanderung machen. Der Campingplatz in der Nähe des Ortes Vielle-Aure liegt auf 820 Meter, die Wanderung an der Bergseite hat ihren höchsten Punkt bei 1.100 Meer. Es ging stellenweise steil bergauf, aber die Aussicht auf das Tal und die umliegenden Berge (2.400- 2.800 Meter) war traumhaft.

Castillo de Loarre

Nach der Überquerung und nach einem kurzen Zwischenstopp auf der spanischen Seite der Pyrenäen, ging es weiter Richtung Süden nach Loarre. Eigentlich wollten wir dort nur zwei Tage bleiben und Wäsche waschen aber dann hat uns die Lage des Platzes so gut gefallen, dass wir insgesamt vier Tage geblieben sind. Der Campingplatz liegt unterhalb des Castillo de Loarre, einer mittelalterlichen Festung, die besichtigt werden kann. Wir haben den Wanderweg genommen, der direkt am Campingplatz vorbei geht. Die Festung selber war beindruckend und die Aussicht auf die Ebene wunderbar.

Mallos de Riglos

Auf der Hinfahrt nach Loarre haben wir aufregende Bergformationen gesehen. Uns war nicht klar, dass das die Mallos de Riglos sind. Als wir uns dann mal darüber informiert haben, war schnell klar, dass das eine Mopedtour vom Campingplatz aus wert ist. Die Felsformation ist unter Kletterern sehr bekannt und beliebt. Uns haben die Felsen auch schwer beindruckt.

Bardenas Reales, eine Halbwüste

Diese Halbwüste stand auch schon länger auf unserer Liste, es hat aber irgendwie nie geklappt. Jetzt war es soweit, dass wir uns einen Campingplatz in der Nähe gesucht haben und mit dem Moped dort hingefahren sind. Zitat Wikipedia: Die Bardenas Reales ist eine Halbwüste im Süden der spanischen autonomen Gemeinschaft Navarra, die eine Fläche von 415 km² umfasst. Der größte Teil der Bardenas Reales ist seit 1999 als Naturpark geschützt. Am 7. November 2000 wurden die Bardenas Reales von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Charakteristisch für die Bardenas Reales ist die bizarre Landschaft, die zu einem großen Teil aus ockerfarbenem Lehm besteht. Dieser Lehm ist das Sediment eines urzeitlichen Meeres, welches durch die tektonische Hebung der Iberischen Platte nach und nach verlandete.

Man kann einen 35 Kilometer langen Rundweg durch die Halbwüste mit dem Auto befahren und natürlich auch mit dem Moped. Wir waren mal wieder voll „geflasht“ von der Landschaft. Stellenweise hat uns das an Marokko erinnert.

Toledo

Die Stadt liegt ca. 30 Kilometer südlich von Madrid und hat eine sehr lange Geschichte. Hier eine, von der KI erzeugte Zeitachse:

Antike und Westgotenzeit Die Siedlung geht auf die Römer zurück (Toletum, ab dem 2. Jahrhundert v. Chr.), wurde aber vor allem als Hauptstadt des Westgotenreiches ab etwa dem 6. Jahrhundert bedeutsam. Bis zur muslimischen Eroberung 711 war Toledo das politische und kirchliche Zentrum des westgotischen Hispanien – bis heute ein wichtiger Bezugspunkt für die „Erben“ dieser Tradition.

Al-Andalus (711–1085) Unter maurischer Herrschaft hieß die Stadt Tulaytula und war ein bedeutendes Kulturzentrum. Besonders bekannt ist die sogenannte Schule von Toledo, ein Übersetzerkreis, in dem arabische, hebräische und lateinische Gelehrte zusammenarbeiteten und antikes Wissen nach Europa vermittelten. Die Stadt war zeitweise eigenständiges Taifa-Königreich.

Reconquista und „Stadt der drei Kulturen“ (1085) Alfons VI. von Kastilien eroberte Toledo 1085. Danach lebten Muslime, Juden und Christen über Jahrhunderte relativ friedlich nebeneinander – daher der bis heute gepflegte Beiname. Die berühmte Übersetzerschule blühte im 12./13. Jahrhundert unter christlicher Herrschaft weiter.

Kastilische Hauptstadt und religiöses Zentrum Toledo wurde Residenz- und Krönungsstadt der kastilischen Könige und Sitz des Primas von Spanien. Die gotische Kathedrale (ab 1226) und zahlreiche Kirchen zeugen davon. 1492 vertrieben die Katholischen Könige die Juden aus Spanien – ein tiefer Einschnitt, der auch Toledos jüdische Gemeinde traf (die Synagogen El Tránsito und Santa María la Blanca sind heute Museen bzw. Kirchen).

Verlust der Hauptstadtrolle (1561) Philipp II. verlegte den Hof 1561 nach Madrid. Toledo blieb zwar kirchliches Zentrum, verlor aber seine politische Bedeutung – ein Wendepunkt, der die Stadt in eine Art „Denkmalzustand“ versetzte, was ihr heute den gut erhaltenen Altstadtkern beschert.

El Greco und das goldene Zeitalter der Kunst Der aus Kreta stammende Maler El Greco ließ sich 1577 in Toledo nieder und prägte mit Werken wie Die Begräbnisfeier des Grafen Orgaz das Bild der Stadt nachhaltig. Seine Wahlheimat wurde zum Synonym für den spanischen Manierismus.

Ihr könnt euch also vorstellen, was es dort alles zu sehen gab. Viele kleine Gassen, in denen man sich vorstellen kann, wie sich das Leben hier in den letzten eintausenddreihundert Jahren abgespielt hat. Wir haben die sehr beeindruckende Kathedrale besucht, aber auch zwei Synagogen. Denn hier hat es lange ein jüdisches Viertel gegeben und es gibt heute wieder eine jüdische Gemeinschaft.

So, wir hoffen dass das nicht zu viel auf einmal war. Die nächsten Beiträge werden wir dann wieder etwas kürzer halten.