Marokkanische Mittelmeerküste
Da wir noch fast zwei Wochen Zeit haben, bevor wir Marokko verlassen müssen, entschließen wir uns die marokkanische Mittelmeerküste und Teile des Riff-Gebirges anzuschauen. Das Riff-Gebirge ist ja nach dem Hohen- und Anti-Atlas der dritte größere Gebirgszug in Marokko. Es liegt hauptsächlich an der Mittelmeerküste von Marokko. Diese Küste zieht sich von der Meerenge von Gibraltar bis an die Algerische Grenze. Sie ist touristisch nicht so erschlossen, wie die Atlantikküste, jedenfalls für ausländische Touristen. Es sind wohl eher die Marokkaner selbst, die dort Urlaub machen.

Wir fahren von Chechaouen in die Nähe von El Jebha. Einen direkten Weg gibt es leider nicht, zumindest nicht für unser Gespann. Also fahren wir erstmal Richtung Nordosten an die Küste und dann Richtung Südosten nach TAGHASSA.

Die Küstenstraße ist zwar recht gut ausgebaut, hat es aber in sich. Viele Kurven, schroffe Berge und krasse Abgründe zum Meer hin. Die nachfolgenden Bilder haben wir auf der Rückfahrt gemacht, weil die Hinfahrt total verregnet war.
Taghassa
Ein Dorf an der Küste. Die Ortschaften am Meer sind an dieser Küstenstraße sehr selten, weil die Berge fast immer direkt bis ans Meer gehen. Meistens ist es das Mündungsdelta eines Flusses, das Raum für ein paar Häuser geschaffen hat. So ist es auch in Taghassa. Vor der Abfahrt, die von der höher gelegenen Küstenstraße zum Dorf führt wurden wir schon bei Park4Night gewarnt. Sehr enge Kurven und sehr steil, aber unser Movano hat das gut gemeistert. Mal sehen wie es bei der Rückfahrt wird! Das ist aber nicht das letzte „Hindernis“, unten angekommen hört der Schotterweg plötzlich vor dem Fluss auf?!?!? Zugegeben ist das kein reißender Fluss und nicht sonderlich tief, aber immerhin so breit wie unser Gespann lang ist (11 Meter). Wir können sehen, dass auf der anderen Seite die „Straße“ weiter geht, also Gas geben und durch. Wir waren viel zu aufgeregt, als das wir daran gedacht hätten Fotos zu machen. Aber der Fluss wird uns auf der Rückfahrt noch beschäftigen.
Taghassa Camp, sieht nicht aus wie ein Campingplatz, ist aber einer 😉 Aber seht selbst.
Zur Abgrenzung des Platzes wurden einfach ein paar Bananenstauden gepflanzt. Davon haben wir übrigens reichlich abbekommen, sehr klein aber köstlich süß.
Es soll weiter Richtung Norden gehen, allerdings hatte es in einer der Nächte extrem viel geregnet und der Fluss hat kräftig Wasser aus den Bergen an die Küste gespült. Somit war die Fuhrt durch den Fluss komplett weggespült. Dort wo wir vor einigen Tagen noch durchgefahren sind, sind nun tiefe Rinnen. Da ist kein Durchkommen mehr und es ist der einzige Weg zurück zur Küstenstraße. In einem kurzen Gespräch mit dem Campingplatzbesitzer, erklärt der uns, dass das kein Problem sei. Er würde später mit seinem Pkw eine erste Testfahrt machen. Der muss es ja wissen! Wir machen nach seiner erfolgreichen Durchfahrt eine erste Besichtigung.
Ok, was der mit seinem kleinen Pkw kann, dass können wir sicher auch. Am Nachmittag kommt er und ein Freund mit Schaufeln auf den Schultern zum Platz und berichtet uns freudestrahlend, dass sie da jetzt „ein bisschen“ aufgeräumt haben und es kein Problem mehr gebe.
Und so war es dann auch, wir sind gut durchgekommen, wenn es auch sehr geschaukelt hat. Der Chef ist dann noch mit seinem Pkw vorgefahren aber nicht um uns die Fuhrt zu zeigen, sondern den Weg hoch zur Küstenstraße freizuhalten. Denn der Weg ist so schmal, das nur ein Fahrzeug Platz hat und es keine Ausweichstellen gibt. Wenn da jemand von oben entgegen kommen würde hätten wir ein Problem. Also hat er sich oben an die Straße gestellt und dafür gesorgt, dass wir freie Fahrt hatten. Gut das unser Movano einen Heckantrieb hat, da müssen wir uns bei solchen Strecken keine Sorgen um die Traktion machen. Wieder ein schönes Abenteuer, doch leider ist die Reise durch Marokko damit auch zu Ende. Wir fahren, etwas wehmütig die Küstenstraße zurück und dann weiter Richtung Norden. Wir machen noch eine Übernachtung in der Nähe von Tétouan und fahren vorbei an Ceuta zum Hafen in Tanger Med. Dort werden wir wieder auf dem Parkplatz übernachten und auf unsere Fähre warten.